#22 Drama um Wal Timmy!
Shownotes
Livestreams, Blogs und tägliche Updates: Wochenlang berichten deutsche Medien über einen Wal, der in der Ostsee gestrandet ist. Wird er überleben? Muss man ihm helfen? Und: Wer bezahlt dafür? Timmy schafft es auch in den Qualitätsmedien teils ganz nach vorn. Das Wal-Drama steht stellvertretend für ein wiederkehrendes Phänomen: Manchmal sind es nicht die großen Themen, die viel Aufmerksamkeit bekommen, sondern die kleinen und kuriosen Geschichten. Prof. Dr. Tanjev Schultz und Dr. Markus Wolsiffer fragen sich: Warum eigentlich? Sind das nur nette Zwischentöne im Nachrichtenfluss oder steckt dahinter ein System? Und was sagt es aus über unser Medienverhalten, unsere Aufmerksamkeit und unsere Erwartungen an Journalismus? Eine Folge über die erstaunliche Karriere scheinbar nebensächlicher Themen.
Prof. Dr. Tanjev Schultz, Jahrgang 1974, ist ehemaliger Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Er forscht und lehrt Journalismus an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Mehr dazu
Dr. Markus Wolsiffer, Jahrgang 1991, ist Journalist, Reporter und Moderator. Er steht unter anderem für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor der Kamera. Mehr dazu
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00:00:14: Manchmal sind es nicht die großen Themen, die viel Aufmerksamkeit bekommen sondern die kleinen und kuriosen Geschichten.
00:00:20: Die berühmte Entenfamilie auf Abwägen ein Wahl der sich verehrt Und Surfer mitten in der Stadt, die es sogar in die Tagesschau schaffen.
00:00:27: Es sind genau diese Geschichten, die sich rasend schnell verbreiten.
00:00:31: Viele reden darüber und gleichzeitig fragt man sich Warum eigentlich?
00:00:35: Sind das nur nette Zwischentöne im Nachrichtenfluss oder steckt dahinter ein System, vielleicht gar Kalkül?
00:00:41: und was sagt das über uns aus.
00:00:42: Über unser Medienverhalten unsere Aufmerksamkeit unserer Erwartungen an Journalismus?
00:00:48: heute sprechen wir bei den Medien verstehen Medienphänomene.
00:00:52: Neben mir sitzt Prof.
00:00:53: Dr.
00:00:53: Tanjev Schulz, früher bei der Süddeutschen, heute Forscher an der Uni Mainz.
00:00:57: Hallo Tanjevs!
00:00:58: Ja hallo
00:00:58: Markus, neben mir sitzt Dr.
00:00:59: Markus Wolsifer TV-Journalist, Reporter, Moderator und Medienversteher.
00:01:04: Tanjaev drei Begriffe sind vorbereitet.
00:01:07: du hast einmal mehr die Ehre einen zu ziehen?
00:01:09: Ja vor allen Dingen kommst Du mir jetzt wieder mit deinen Bandformen gekoppelten Worten
00:01:13: an.
00:01:13: Man weiß es nicht.
00:01:14: ja Also
00:01:15: ich kenne kein dir vorbereitete Begriffe.
00:01:17: eine habe ich gezogen.
00:01:18: sag mir mal was ich nicht gezogen habe
00:01:21: Den Relevanz rückstau.
00:01:23: das hätte es sein können Tanya.
00:01:24: Das
00:01:24: wird ja immer komplizierter
00:01:26: und Es wurde eben so.
00:01:28: nicht Die flauschfaktorexplosion.
00:01:36: Na gut ich habe stattdessen gezogen Und muss diesen begriff einbauen.
00:01:39: Boulevard beschleuniger
00:01:42: Ja,
00:01:43: das könnte auch schon einen boulevard Titel sein, vielleicht zu kompliziert.
00:01:49: Stichwort
00:01:49: Bulle war.
00:01:50: eine aktuelle Schlagzeile liegt vor mir.
00:01:52: von der Bild und da heißt es Bundespräsident schaltet sich bei Timi ein Steinmeier-Plantgespräche mit Wahlexperten.
00:02:00: Da geht das um den Wald.
00:02:01: Timi Der ist ein Beispiel für einen Medienphänomene über das wir heute reden wollen Tanjif.
00:02:07: Jetzt liegt es in der Natur der Sache.
00:02:10: Es ist jetzt eine Verkürzung fürs Gespräch Ein Beispiel der jüngeren Vergangenheit, wie solche Phänomene immer größer werden.
00:02:19: Jetzt war dieses Gespräch offenbar mit dem Bundespräsidenten ohnehin geplant weil er in der Nähe war aber es passt natürlich gut für den Bullewaar.
00:02:26: was zeichnet diese Phänome aus?
00:02:30: Ich glaube es geht da sehr viel um Emotion und etwas ganz anschauliches was man greifen kann also den Wahlkamerad tatsächlich nicht so richtig gut greifen, aber man kann ihn sehen.
00:02:41: Man kann ihn sogar hören, jedenfalls die dort sich dann als Schaulustige oder Hörlustige eingefunden haben.
00:02:48: und so ist es bei vielen dieser Themen über die wir heute reden das es sich so kristallisiert ganz konkret an einer prominenten Figur.
00:02:56: Das kann auch ein Tier sein oder irgendein Ereignis Und das ist etwas dass dann sehr viele Emotionen auslöst.
00:03:04: und davon lebt natürlich Der Boulevard-Journalismus, aber auch nicht nur der Boulevardjournalismus.
00:03:09: Sondern auch der Journalismus vielleicht insgesamt.
00:03:12: Hast du schon über diese Themen berichtet?
00:03:14: Hast du vielleicht diese Themen selbst groß gemacht?
00:03:16: Sollte Themen – also über den Wahl jetzt habe ich nicht berichtet!
00:03:19: Früher.
00:03:19: meinst du jetzt über andere Themen?
00:03:21: Ja.
00:03:21: Ich bin ja bekannt für meine Langweiligkeit und habe eher über Terrorismus und Kulturminister und Politikthemen viel recherchiert und geschrieben.
00:03:35: So diese Art von Medienphänomen, die wir heute besprechen.
00:03:40: Weniger im Wickel gehabt?
00:03:41: Ich überlege mal gerade... Buh!
00:03:42: Also da fällt mir gar nicht wirklich was ein.
00:03:44: Hab das natürlich als Journalist sehr wohl alles auch mit zur Kenntnis genommen vielleicht auch manchmal irgendwas redigiert.
00:03:49: aber ja ich glaube dass höchste der Gefühle waren schon irgendwelche betrunkenen Piloten oder irgendwelchen anderen so Sommerloch-Dauerdebatten wie viele Beamte täglich von Bonn nach Berlin manövriert werden.
00:04:03: Heute vielleicht gar nicht mehr so ein großes Problem wegen Homeoffice, aber früher war das immer alle Jahre wieder ein Aufregerthema.
00:04:10: Aber diese Themen mit Eisberg-Knut und was es da alles gibt, das habe ich ehrlicherweise selber als Journalist nicht gemacht.
00:04:18: Du hast ein ganz berühmtes Beispiel vorweggenommen über Knut.
00:04:21: Natürlich mit dir noch reden?
00:04:23: Nein, nicht so häufig!
00:04:24: Dann wenn das Wetter-Thema wird dann kommt es schon vor dass ich da als Reporter draußen stehe und vielleicht so ein bisschen dazu beitrage.
00:04:31: Es gibt ja auch der erste Schnee liegt irgendwas lahmen also diese Stories.
00:04:36: Ja, wobei das ja... Also das ist sozusagen das weite Feld der etwas seichteren bunteren Geschichten Das wir da vor Augen haben wir aber vielleicht heute noch ein weiter eingrenzen werden auf genau diese richtigen Hypes, die dann da um einzelne Medienpersönlichkeiten oder die zu Stars dann werden.
00:04:56: Und seien es eben auch Tiere, die zu großen Prominenten werden plötzlich und die dann aber auch schnell wieder vielleicht vergessen werden?
00:05:02: Also das ist nochmal so eine eigene Genre vielleicht dass sich abhebt von diesen ganzen Wetterthemen oder auch das was ich da jetzt gerade genannt hatte.
00:05:09: Was würdest du sagen wann wird aus einer kleinen Meldung ein großes Medienphänomen?
00:05:14: Hängt es auch davon ab, welche anderen Themen gerade relevant sind?
00:05:18: Wer den Fokus richtet.
00:05:19: Welches Medium zuerst drauf springt wie verkürzt, wie portiert die Schlagzeile auch ist?
00:05:25: Sicherlich spielt das eine Rolle, wie's dann umgesetzt wird.
00:05:28: aber ich würde mal behaupten Es liegt nicht oder nicht nur daran ob jetzt irgendwo flaute ist in der Nachrichtenwelt.
00:05:35: Denn wenn wir uns das mal an jetzt dem Beispiel dieses Wahls Also vor Augen führen.
00:05:41: Dann ist es ja nun so, dass in der Phase, in der jetzt dieser Wahl dort gestrandet ist vor der Küste an der Ostsee ... Ja ich meine da Krieg im Iran zu diesem Zeitpunkt Ukraine Russland
00:05:55: Trump Energiepreise
00:05:57: also Regierung mit allen möglichen Reformüberlegungen in Deutschland weltweit sich wichtige Themen.
00:06:04: Daran kann es nicht liegen, dass den Unteraktion der Stoffe ausgeht?
00:06:08: Es ist eher andersrum, dass es ein Thema sein könnte, das die Menschen auch deshalb so bewegt weil sie auf gut deutsch gesagt die Schnotze ein bisschen voll haben manchmal von diesen schwierigen anderen großen Krisen und Themen und diesen schwergegenigen Themen natürlich aus einem... Wal der da gestranden ist, den die Leute retten wollen.
00:06:26: Der vielleicht stirbt und so auch nichts in dem Sinne heitern des oder leichtes.
00:06:31: es gibt natürlich auch diese ganz leichten Themen wo dann keine ahnung das war ja auch mal ein großes thema sich einen schwahnen ein trätboot verliebt oder sowas.
00:06:40: dass gibt's denn auch sozusagen zur auflockung.
00:06:43: aber diese anderen sachen wir zum wahl Die erzeugt emotion sind aber eben auch sehr plastisch sehr konkret sehr speziell und die Schaffen trotzdem eine Abwechslung im Vergleich zu all diesen Nachrichten, die ich gerade genannt habe.
00:06:58: Die sind sehr ernst und strukturorientiert.
00:07:01: Sind die auch nicht so schnell weggehen?
00:07:02: Die Leute auch ohnmächtig machen usw.
00:07:06: Deswegen glaube ich ist es eher diese Mischung in den Medien.
00:07:10: Und dieses Thema, das sich eben nannte Emotionen.
00:07:13: Tanja von Wiefern spielt es eine Rolle, dass Menschen da Mitfiebern können.
00:07:17: Es gab beim besagten Wahl Livestreams, man konnte direkt dabei sein hatte vielleicht auch das Gefühl mitzuerleben wie eine Geschichte neu geschrieben wird wie es neue Wendungen gibt.
00:07:27: also mit Fiebern ist ein Faktor.
00:07:29: auf jeden Fall würde ich sagen die Leute fieber mites bilden sich auch interessanterweise sehr schnell so teams solager dann auch.
00:07:37: die einen wollen dass die anderen wollen was anderes die es entstehen aus so Spezielle dann natürlich auch jetzt Social Media Influencer, die sich der Thematik bemächtigen.
00:07:48: Also es sind nicht nur die klassischen Medien, die aber natürlich auch alle können irgendwie mitreden, alle können so irgendwie sehr schnell...
00:07:55: Man kann eine Meinung zu einer Meinung?
00:07:56: Ja man
00:07:56: kann sehr schnell sich dazu irgendwo verhalten ohne sehr viel vorher vielleicht sich einarbeiten zu müssen.
00:08:05: Also das heißt nicht, dass jetzt alles so gut ist.
00:08:08: Was da vielleicht alles kursiert an Ideen und Meinungen aber das fällt trotzdem leicht dazu irgendwo sich zu verhalten.
00:08:14: Und auch dieses Mitfiehmann ist ein ganz wichtiger Aspekt weil es so auch bisschen abgeschlossen zu sein scheint.
00:08:20: also in dem genannten Fall ist dann einfach die Frage wird eine Rettung gelingen oder endet es mit dem Tod?
00:08:29: Das ist ja dann die Frage und das bei anderen Sachen auch so.
00:08:33: Ja, also ein Problembär und einen Problemwolf taucht auf.
00:08:37: Ein Prominenter.
00:08:38: schafft er es noch seine Ehe zu retten ja oder nein?
00:08:41: Also das sind alles so Geschichten die sehr schnell anknüpfbar sind für alle Menschen bei denen dieses Mitfiebern fast wie im Sportereignis dann eine Rolle spielt.
00:08:54: Du hast Knut schon erwähnt, bei Knut würde ich vermuten da ist es auch einfach ein süßes Bärenbaby das auch gewisse Instinkte bei uns weckt dass man beschützen will, dass man einfach als Süß empfindet.
00:09:06: der Wahl is nicht zwingend süß und trotzdem ist die Anteilnahme auch riesig.
00:09:09: also es gibt ja verschiedene Faktoren in einer Rolle.
00:09:12: Ja
00:09:12: das glaube ich auch zumal dann auch bei den genannten Beispielen acharische geweckt wird, was wir in uns haben.
00:09:20: So Urerzählungen also... Exotische Tiere, die Gewalt der Natur.
00:09:25: Sehr mächtige Kolosswahl aber auch das ganz süße Tierchen.
00:09:31: verletzlich ist dass wir schützen sollen.
00:09:33: ich meine Das wird dann auch von kritischer Seite betont.
00:09:36: wie finde durch das ortsrecht kann man sich darüber Gedanken machen.
00:09:39: naja Aber kein mensch interessiert sich dafür oder nur ab und zu mal oder nur bestimmte kreise dass da jetzt jeden tag so und so viele tausende oder millionen tiere Verenden oder eben in Vietransporten hin und her gekart werden unter edelsten Bedingungen.
00:09:56: Und die Antenname da
00:09:59: sehr überschaubar
00:10:01: ist.
00:10:02: aber dieses dann eine Sache rausgreifen, die vielleicht etwas spezieller ist weil sie nicht so häufig vorkommt ja ein gestrandeter Wahl oder ein verirrter Eisbär oder so das ist dann etwas wo sofort jeder sich zu verhalten kann.
00:10:17: Das ist vielleicht dann auch so etwas Urmenschliches.
00:10:21: Das kann man kritisch sehen, sollte man vielleicht auch reflektieren ob das so gut ist, ob dass auch diese Aufmerksamkeit in dieser Form überhaupt verdient.
00:10:28: aber wir versuchen ja auch zu verstehen warum es so erfolgreich ist in der Kommunikation und warum es viele Menschen so bewegt.
00:10:34: Ja da gibt es verschiedene Ansätze auch in der kommunikationswissenschaft und wir gleich noch näher drauf eingehen.
00:10:39: was mich Aber auch interessieren würde Tanjev die berühmte Eisbachwelle in München.
00:10:44: Du hast mal in Münchgen gearbeitet und in der jüngeren Vergangenheit kam man nicht umhin, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.
00:10:51: Es war ganz groß.
00:10:52: auch in der Tagesschau.
00:10:53: da ist eine Welle vielleicht kümmer es kurz erklären, die über viele Jahre hinweg der Surfer-Spot in der Stadt Schlechtin war.
00:11:00: aus unterschiedlichen Gründen war die Welle auf einmal weg Ja, und dann ging die Story los.
00:11:05: Das ist ja in dem Park im Englischen Garten, das ist ja auch wie du sagst jetzt central gelegen.
00:11:08: da gehen sehr viele Touristen auch hin und schauen sich das an.
00:11:11: Das hat also auch einen gewissen Kultstatus der auch die Stadthistorie prägt, das Image prägt dieser Stadt.
00:11:18: Eine gewisse Lässigkeit?
00:11:19: Ja
00:11:19: eine Lässigkeit ne Coolness auf dieses sportliche... Also da ist etwas mehr dran als nur das Vergnügen dass dann diese einzelnen Wellensurfer da haben.
00:11:28: aber Wenn das dann ausbleibt, ist eine ganze Stadt in Wallung.
00:11:33: Und auch da haben alle vielleicht ihre Position zu und sei es nur die, dass man sich doch nicht so aufregen soll.
00:11:39: Auch das ist ja ne Emotion.
00:11:40: So nach dem Motto oh Gott, wir haben doch wichtige Themen!
00:11:43: Ja aber schon ist mal gefangen in dieser Story.
00:11:46: Dann gibt's natürlich sofort hier wieder Lager, die einen wollen dies, den anderen wollen das... Dann gibt es Initiativen, dann versucht man diese Eisbachwelle zu retten.
00:11:56: Das ist dann etwas, das überregional auch deshalb Interesse natürlich findet.
00:12:01: Weil es das in dieser Form ja so nicht gibt in anderen Städten.
00:12:04: D.h.,
00:12:05: es ist schon wiederum die Suche nach dem Besonderen, dem Außergewöhnlichen, dass für Nachrichten prägend ist und viele können sich da zu verhalten selbst die Menschen, die selber gar keine Surfer sind.
00:12:17: Hat es dich überrascht wie häufig das Thema doch an der Presse war?
00:12:21: Ja, ein bisschen hat mich das dann schon überrascht.
00:12:23: Weil ich bin ja selber kein Münchner aber als ich da lange Jahre gearbeitet habe auch für die Situation der Zeitung natürlich dieses Phänomen kannte und diese... Das ist schon so einen Stadtding halt!
00:12:34: Aber wie das überregional einschlägt hat mich dann doch auch überrasacht.
00:12:38: und dass es dann auch bis zur Tagesschau dieses Phenomen geschafft hat, hat mich fast ein bisschen verwundert.
00:12:44: Aber das ist auch vielleicht geschuldet dieser Tatsache, dass selbst die sehr seriösen auf nüchterne Themen orientierten Sendungen wie jetzt Die Tagesschau schon versuchen immer mehr auch mal was Seichtes oder etwas unterhaltsameres, softeres hineinzumischen?
00:13:02: Ist es aus normativer Sicht bedenklich, dass die Tagesschau da aufspringt und viele andere Medien auch?
00:13:08: Das kann man jetzt unterschiedlich betreiben.
00:13:10: Man könnte sagen naja es könnte auch helfen Ja, so ein Gesamtangebot zu packen dass dann viele Leute auch eher auch einkaufen wo die sagen ja das bringt auch interessante Sachen die ich wissen will.
00:13:26: Nicht nur die ganz drögen Politik-Themen so nach dem Motto man kann es auch kritisch sehen.
00:13:31: also ich bin da ein bisschen unentschlossen weil ich mir denke naja gut es gibt ja auch genug schon diese softnews und Boulevardengebote.
00:13:37: warum muss es denn jetzt in diesen paar Minuten auch in der Tagischer auch noch auftauchen?
00:13:42: Ich glaube, ich bin so weit Old-School, dass wenn ich es jetzt entscheiden müsste bei der Tagesschau hätte ich's nicht gemacht.
00:13:47: Was habe
00:13:47: ich erwartet?
00:13:48: Das Image hab' ich mir hier schon gearbeitet...
00:13:51: Harter arbeitet
00:13:52: ja!
00:13:52: Aber weil du so ein Boulevardbeschleuniger bist,
00:13:54: da hat mich
00:13:56: das jetzt auch noch beleidigend eingebaut, hättest du das vielleicht anders entschieden und ich verstehe dann auch die Gründe.
00:14:03: Ich weiß nicht ob du es anders entschieden hattest aber ich unterstelle es dir jetzt.
00:14:07: Ich weiss es nicht, aber man ist ja ganz häufig bei vielen Themen Getriebener und wenn man sich die anderen Medien anschaut und das Gefühl hat Ja, die haben da vielleicht auch gut Klicks gemacht.
00:14:17: Die haben dann gutes Gespür und dann fühlt man so den Druck auf den Zug auch aufspringen zu müssen.
00:14:22: Deshalb will ich nicht behaupten, dass ich das nie als Thema gesehen hätte aber in der Häufigkeit kam es mir doch zu.
00:14:28: Ich
00:14:28: bin da ja auch nicht frei von und will mich da gar nicht auf ein hohes Ross setzen denn es ist ja so... Das ist ja dann so die... Ein bisschen der Trick der in Anführungszeichen intellektuell herangehensweise oder der seriöseren Inanführungszeichnen.
00:14:42: Das kann man auch hinterfragen.
00:14:44: Also der, wir reden jetzt ja auch darüber.
00:14:46: Auf so eine Mieter
00:14:47: E-Winter.
00:14:48: Man geht auf eine, man reflettiert das... Aber so ein bisschen parisitär nutzt man dann sehr wohl dieses Thema und erzählt die Grundstory trotzdem mit über den Wahl oder über...
00:14:58: Das ist eher nicht viel besser?
00:14:59: Nein!
00:15:00: Und das Phänomen beobachte ich bei vielen Dingen.
00:15:02: also kann man ein bisschen in wirkliche Kulturberichtserstattung bringen.
00:15:06: Schauen wir uns doch mal an wie viel berichtet wird über irgendwie Heidegger und Hannah Arendt und Liebschaften von von Goethe und so.
00:15:14: Also ganz viel im Prinzip, ganz klassischer Boulevardstoff der dann so wichtig touristisch aufgemotzt wird in Sinne eines elitären Kulturjournalismus.
00:15:24: also davon sind glaube ich die wenigsten Medien wirklich frei und wir als Menschen generell auch empfänglich.
00:15:30: und ja es hängt ja auch damit zusammen dass es wirklich ein Gesprächsstoff ist.
00:15:34: das heißt es ist ein Phänomen dass diese Art Stories dieser Art Themen die wir jetzt besprechen die kriegt eigentlich Jeder Mensch mit in der Gesellschaft, ob er will oder nicht und muss sich dazu irgendwie verhalten.
00:15:46: Und sei es nur dass man sagt ich habe keine Luft mehr Ich ist mir zu viel und nervt.
00:15:50: das übrigens auch ein Phänomen glaube ich bei vielen dieser Themen.
00:15:53: Irgendwann ist genug die Leute können's nicht mehr hören die meisten.
00:15:56: dann gibt Es noch so ein paar richtige Fan Groups oder irgendwelche Die sich da fest gebissen haben.
00:16:01: aber die anderen seien also auch kommen jetzt jetzt reicht
00:16:03: Interessant.
00:16:04: wir versuchen ja auch dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen.
00:16:07: Du hast es schon angerissen, sind solche Themen geeignet?
00:16:10: Im Grunde Nachrichtenmuffel zu begeistern.
00:16:14: Ein leichtes Einstiegsthema um sich dann mit schwereren Themen zu befassen?
00:16:18: Ja also ich hätte da gerne mehr Studien dazu die das vielleicht auch einem besser beantworten können.
00:16:24: nicht Bin ich sicher, wie viel die Forschung dazu antworten kann.
00:16:27: nach meinem Eindruck gar nicht so gut als Antwort da etwas empirisch Gehaltvolles zuzusagen.
00:16:32: Wenn es als Tese ist das erstmal vielleicht ganz plausibel klingt aber Ich bin nicht sicher ob stimmt man könnte auch genau Die andere tese aufstellen und sagen Das führt eher dazu dass sich immer mehr in diese themi hinein bewegen Und die Vorstellung davon was relevant ist so wenig relevant ist sich immer weiter abschleift und Dass man dann auch diese Art von Storytelling dann überträgt, auch was man ja teilweise sehen kann wie ich finde auf die ernsteren Politikthemen oder so und dass das Ganze eher so negativen... Abschreckend
00:17:06: vielleicht.
00:17:07: Ja ja oder abschreckendes.
00:17:08: oder dass auch die Medien dann wichtige Themen ja so erzählen wollen als seien sie auch so leicht oder so?
00:17:14: Und das ist auch vielleicht nicht immer gut und möglich.
00:17:17: also Ich bin da nicht so sicher.
00:17:19: Lass uns noch über ein paar wissenschaftliche Ansätze sprechen, Tanjif.
00:17:22: Das ist immer hier auch unser Ziel im Podcast.
00:17:25: Es gibt verschiedene Ansätze die sich mit der Entstehung von Nachrichten beispielsweise befassen.
00:17:30: es gibt aktörsorientierte und variablen orientierte Ansätze.
00:17:33: also beim Akteur schaut man eher auf den einzelnen Journalisten auf die Strukturen die ihn auch umgeben Und bei den Variablen geht's eher um die Eigenschaften von Ereignissen aber auch die Zuschreibungen und da gibt sie ganz berühmte Nachrichten Werttheorie.
00:17:47: was hat damit auf?
00:17:48: Es ist eine schon sehr alte Theorie, die eben darin sich äußert.
00:17:53: Dass man erkennt verschiedene Faktoren, die ein Phänomen zu einer mehr oder weniger prominenten Nachricht auch machen.
00:18:02: und danach richten sich Redaktionen einzelne Journalistinnen und Journalisten.
00:18:06: Und da kommt es dann auf den einzelnen Akteur oft gar nicht so an.
00:18:09: also ich würde behaupten man könnte jetzt komplett die Bildzeitungsredaktion auswechseln dann ganz andere da hinsetzen, die würden auch diesen Wahl-Timmy wie er dann überall genannt worden ist.
00:18:22: Auch zum großen Thema machen unabhängig davon wer jetzt genau da ein Drücker ist.
00:18:26: und diese Nachrichtenfaktoren werden in der Forschung so in verschiedener Weise studiert und einsortiert.
00:18:33: Da gibt es eben solche Faktoren wie Prominenz, wie Konflikt ein eigenes Prägen dazu führen, dass etwas an Nachrichten wert gewinnt.
00:18:46: Und das heißt die Wahrscheinlichkeit steigt, dass das dann Medien aufgreifen.
00:18:50: und jetzt kann man sich das an den genannten Fällen und Beispielen mal anschauen und dann stellt man dort fest, dass so ein Faktor Emotionalisierung also eine große Rolle spielt.
00:18:59: aber auch das Personalisieren ist auch so ein faktor.
00:19:03: Das heißt man hat dann den Vorteil, dass man auch als Leser, als Zuschauerinnen Keine abstrakte Geschichte über das Artensterben an und für sich.
00:19:13: Und die komplexen Einflüsse, was sich des menschlichen Verhaltens da serviert bekommt sondern man hat einen ganz konkreten Wahl der leidet, der wird sterben womöglich kann sich nicht befreien.
00:19:25: Das kann man dann verfolgen und man gibt dem dann sogar eine Namen ein menschlich Name wie hier Timmy mit dem auch etliche Medien nicht alle operieren Und das Ganze wird dadurch eben auch sehr greifbar und das erhöht dann ja den Nachrichtenwert.
00:19:44: Gleichwohl kann man sich natürlich überlegen, ob das alles so vernünftig ist.
00:19:47: haben wir gerade schon angefangen und sich überlegen warum werden jetzt über bestimmte Ereignisse, bestimmte vielleicht auch Krisen etwa die Situation im Sudan oder so?
00:19:58: Warum wird zu wenig berichtet?
00:19:58: Vielleicht liegt es auch daran dass da der Zugang so schlecht ist dort hinzukommen, dass es keine Bilder gibt.
00:20:04: Bilder sind auch ein wichtiger Faktor in unserer bildergetriebenen Welt, sowohl im Boulevardjournalismus als überhaupt im Journalismus erst recht im Audiovisuellen und im Internet.
00:20:13: eben auch YouTube-Formaten und so weiter.
00:20:15: Und ja, wenn es beeindruckende Bilder gibt dann ist das schon fast die halbe Miete.
00:20:20: Eine Welle mitten in der Stadt ist keine Selbstverständlichkeit.
00:20:23: Ist kein
00:20:23: Selbstverständnis!
00:20:24: Und man sieht halt – und du sprachst vorhin von Coolness – dass aus, dass man da tolle Bilder zeigen kann.
00:20:30: also wenn man die Tagsschau ist oder erst recht wir haben jetzt unseren Boulevard Magazine ist im audiovisuellen, dann kann man natürlich ganz tolle Typen da zeigen.
00:20:39: Und
00:20:39: ich sehe
00:20:42: das auch mit Interesse und finde es irgendwie ganz spannend dass Da guckt man einfach hin.
00:20:48: Das ist auch ein menschlicher Grundimpuls, sowas dann anzugucken.
00:20:51: und natürlich wird doch eigentlich jeder Mensch der nicht völlig sediert ist, wenn da plötzlich wo sonst normalerweise nur so ein paar kleine Fischlein rumschneucheln, wird doch sofort Halt machen und sagen okay was für einen Koloss liegt denn hier vor Wismar oder vor Lübeck vor Timmendorf?
00:21:10: Und ist da gestrandet.
00:21:11: das ist natürlich etwas außergewöhnliches Und lässt sich dann sehr gut übersetzen in so Geschichten und im Bilder.
00:21:17: Was ist dein Eindruck?
00:21:18: Bedienen die Medien hier Bedürfnisse oder erzeugen sie Bedürfenissen?
00:21:23: Ja, auch wenn das natürlich langweilig ist wohl beides.
00:21:25: Also diese Antwort ist
00:21:27: wie so
00:21:27: oft eine... Es gibt es Verstärker Effekte.
00:21:32: In dem Zusammenhang muss man sagen dass die Medien nicht die Alleinigrolle haben aber Sie haben auch einen.
00:21:40: Aha!
00:21:41: Die Auswahl, die Gewichtung durch die Medien.
00:21:43: Das erzeugt natürlich auch etwas bei den Rezipienten in der Wahrnehmung.
00:21:48: Auf jeden Fall und es gibt ein Konzept in der Medieforschung das heißt Status Conferral, das heißt also Übersetzstatus Verleihung, dass hier unter anderem auch relevant mehr erscheint.
00:22:00: und da geht es darum, dass dann schon sehr altes eigentlich Konzept, das aber auch immer noch benutzt wird geht zurück auf Lasersfeld, Mörten.
00:22:07: das sind so auch Klassiker mittlerweile der Sozialwissenschaften und auch der Medienforschung.
00:22:12: Und da geht es darum dass die Medien mit ihrer Berichterstattung auch mit ihrer Auswahl aufgrund der Nachrichten Faktoren dazu beitragen bestimmte Personen ich sage auch immer gerne Figuren weil es auch Tiere eben zum Beispiel sein können einen Status und eine Prominenz überhaupt erst verleiht.
00:22:33: Und das kann man jetzt anwenden sowohl auf diesen Wahl, aber auch auf solche Personen wie Kim Kardashian – woher gewinnt die eigentlich ihren Status?
00:22:44: Und den gewinnten sie durch die Medien!
00:22:47: Das war natürlich zu den alten Zeiten als dieses Konzept mal eingeführt worden ist noch ausschließlich auf die klassischen Massenmedien und den klassischen Journalismus So was wie Hollywood, wenn man es ins Fiktionale überträgt bezogen.
00:23:00: Und heute ist natürlich mit den vielen anderen Social-Media-Akteuren mit verbunden.
00:23:05: Denn auch die verleihen jetzt da Status.
00:23:08: Ja, verleihen ganz guter Punkt!
00:23:09: Also kein Mensch, keine Institutionen sind in sich relevant Sondern Relevanz ist immer eine attribuierte Eigenschaft Eine zugeschriebene Eigenschaft
00:23:18: Wenn wir uns mal klar werden, wie viele Menschen es gibt, die doch sehr wichtige Dinge tun und wichtige Entscheidungen jeden Tag treffen in unserer Gesellschaft zum Beispiel irgendwelche Richter, z.B.
00:23:28: irgendwelchen Verwaltungsbeamte also höhere Verwaltung beamtet die wichtige Entscheidung treffen.
00:23:35: Die wir aber alle nicht kennen dem Namen nach sondern vielleicht nur dann wenn irgendein ganz besonderes Skandal ruchbar wird überhaupt das Licht der Öffentlichkeit erblicken.
00:23:45: Wenn man es erst gegen Wertigen.
00:23:46: Wir stellen fest, dass unsere Gesellschaft funktioniert und basiert mit ganz vielen Personen und Entscheidungen, die gar kein Status im Sinne eines Prominenzstatus durch die Medien verliehen bekommen.
00:24:02: Sondern nur in seltenen Ausnahmefällen.
00:24:04: Und dann gibt es aber andere Figuren, die ein vielleicht übertriebenes Status gewinnen und eine große Bekanntheit erreichen.
00:24:13: Das sind natürlich zum einen sicherlich spitzen Politiker, die auch de facto wirklich dann auch wichtige Entscheidungen fällen können und auch eine gewisse Macht haben.
00:24:21: aber es sind eben auch Menschen darunter, die eigentlich vielleicht im Verhältnis gesehen gar nicht so bedeutsam sind in ihrem Tun, die aber etwas anderes vielleicht bedienen nämlich zb als Vorbild positiv oder negativ wirken tatsächlich auch in der Lage sind, in uns diese Neugier zu stillen und auch Interesse und Emotionen zu stimulieren.
00:24:43: Und das ist eine Funktion die können.
00:24:46: eben auch nicht was ich Achtzig Millionen Bundesbürger wahrnehmen sondern immer nur so.
00:24:51: ein paar
00:24:52: Spannender Punkt.
00:24:53: Es gibt auch immer wieder Zukunftsforscher, die in Artikeln und diversen Veröffentlichungen zitiert werden.
00:25:00: Da stelle ich mir immer die Frage, woher kommt die Expertise?
00:25:03: Und trotzdem wird in Anführungszeichen die Sau durch Staff getrieben.
00:25:09: Ich kenne keine Uni, die einen Fachbereich Zukunfts-Forschung hat, machen alle im Grunde.
00:25:14: aber diese Expertise entsteht nur durch Zuschauerung.
00:25:16: Ja so wie wenn man mal ein bisschen ... Es erlaubt das sagen will, dass sind ja so wie wandelne horoskop Vortrager.
00:25:24: also das ist halt etwas was auch ein gesprächswert erzeugter.
00:25:28: Kann man sich zuverhalten?
00:25:30: Das finden Leute interessant und dieses Element bedienen hat viele Medien.
00:25:35: gerade auch in unser sehr auf Reichweiten Klicks Internet Präsenz hin orientierten Medien müssen eben auch selbst die seriöseren Anbieter solche Themen einstreuen, die einfach von Menschen so als Abwechslung, so als Unterhaltungsangeboten im Grunde mit genutzt werden um sich darüber irgendwie lustig zu machen oder irgendeine Emotionen damit zu befriedigen.
00:25:56: Also da geht es auch sehr viel um Effektsteuerungen und eigentlich so eine Art Effektbewirtschaftung also das Bewirtschaften von Emotionen, von Gefühlen und unseren Urinstinkten.
00:26:11: Neugier gehört natürlich ganz stark dazu.
00:26:15: Und vielleicht auch manchmal so etwas Unangenehmes wie Schadenfreude, Häme... Das ist alles extrem unangenehm eigentlich nicht sehr sympathische Eigenschaften die aber wenn sie sich richten auf Figuren die vielleicht auch nicht aus dem eigenen Familien- oder Freundschaftskontext kommen dann auch so etwas ... harmloser wirken und die man sich dann auch erlaubt also gegen.
00:26:37: Man sieht ja dann auch sofort Hater wie der Hasskommentare, dann aber auch Leute sich reinsteigern genau ins Gegenteil... Ja bei dem Wahl das ist ja unfassbar was die Leute da alles ablassen in die eine wieder in andere Richtungen wäre dann da alles sich wemen wie irgendwie mit Vorwürfen gegenüber verhält.
00:26:52: es ist ja völlig verrückt.
00:26:53: Die Leuze rasten also Tase auch völlig aus!
00:26:56: Und diese Art von Effektbewirtschaftung führt aber dazu dass die Medien natürlich auch profitieren, indem sie dann Reichweite dadurch gewinnen und im Gespräch bleiben.
00:27:08: Ja bei der Vorbereitung der Folge hatte ich mir die Frage gestellt, inwiefern Social Media auch da vielleicht eine Art Katholisator darstellt?
00:27:15: Du hast Knut erwähnt, der doch ein riesiges Medienphänomen war damals in Berliner Zoo.
00:27:21: Das war im Grunde vor der Social-Media Zeit.
00:27:23: also diese Medienphenomene gab es offenkundig schon früher aber Sie werden wahrscheinlich Befeuert durch die ganzen
00:27:31: Frühe, es gab auch wohl schon in früheren Jahrhundert muss man sagen.
00:27:34: Auch zum Beispiel ab und zu mal so ein gestrandeten Wahl an der Ostsee.
00:27:38: Und das war damals auch schon ein Riesenereignis.
00:27:42: mit den damaligen aus unserer Sicht sehr spartanischen Medien wurde das dann auch begleitet und war ein großes Thema für die Menschen, die das mitbekommen haben.
00:27:50: So gesehen hat jede Zeit diese Art von Ereignis Kategorie, die dann mit den jeweiligen Medien verstärkt werden.
00:27:57: Und wir sind natürlich in einer besonders daueraufgeregten Zeit mit diesen ganzen verschiedenen Medien und das führt andererseits auch wieder dazu, dass sich dann so einzelne kleine Communities bilden und sich dann wiederum die der Strom der breiten Masse vielleicht auch wieder schon längst weiter bewegt hat.
00:28:12: Und ein paar sind quasi hängen geblieben bei dem einen oder anderen Thema und können nicht davon ablassen aber es braucht dann um wieder überhaupt neue Impulse freizusetzen, neue Emotionen anzufachen oder zu bedienen, natürlich dann auch bald schon wieder die nächste Kategorie von Hype.
00:28:31: Die nächste Sau, die durchs Dorf gedauert wird.
00:28:34: Ja, die Frage wie sehr sollten sich Medien nach den Bedürfnissen oder vermuteten Bedürfenen der Nutzer richten?
00:28:41: Es ist natürlich sinnvoll aus ökonomischen Gründen für die privaten Medien klar.
00:28:46: aber wie findet man da eine gute Balance?
00:28:49: Tja wenn ich das wüsste.
00:28:50: also das ist ja auch alles vielleicht Dadurch einfacher, wenn es ein großes Angebot an Medien gibt.
00:28:58: Die verschiedene Dinge bedienen und bei denen man dann auch sicher sein kann dass die Gesellschaft so insgesamt schon noch im richtigen Lot ist sagen wir mal so.
00:29:10: aber da kann man halt natürlich inzwischen auch vielleicht in manchen Ländern vielleicht auch in Deutschland auch Zweifel anwählen, ob das nicht schon so in eine Inbalance gerät.
00:29:18: Ob die richtigen Themen, die wirklich richtigen relevanten Themen, ob die ausreichend prominent behandelt werden und ob nicht lauter gar nicht so wichtige Themen zu wichtig genommen wird?
00:29:30: Das ist natürlich etwas kann sich niemand eigentlich anmaßen, so zu verfügen, zu sagen so ist es aber jeder darf natürlich dazu auch eine Meinung haben.
00:29:39: und dass da so Themen vielleicht verdrängt werden, die wichtiger wären also kann man schon daran erkennen, dass sehr viele Großthemen, die ja keineswegs gelöst sind oder so dann auch verschwinden in der Agenda nicht mehr so wichtig sind bei den Leuten und auch in den Medien.
00:29:56: Und dieses Thema zum Beispiel des Eisbären – da gab es aber auch andere Eisbären als Inbegriff, als bildliche Kristallisation der Klimakrise hergenommen worden ist schleift sich halt irgendwann ab, wird halt irgendwann nicht mehr so spannend.
00:30:13: Da hat man dann schon sich mal gesehen und kann keine Emotionen mehr so richtig wecken.
00:30:17: Und irgendwann ist auch dieses gesamte Großthema weg.
00:30:19: dabei ist natürlich die Klimaproblematik trotzdem noch da und viele sind es um Gleit.
00:30:27: Diese Schwierigkeit, da sprechen wir in der Forschung von Issue Attention Cycle also ein Zyklus von Aufmerksamkeit, den wir da wahrnehmen, wo das Publikum dann irgendwann abschaltet.
00:30:42: Wo aber auch die Medien – das zeigt auch die Forschung – eher zu bestimmten Großereignissen stark einsteigt und wird es eine ganze Weile gemacht.
00:30:49: Und dann versinkt er sein bisschen wieder in der Vergessenheit kann aber durch ein zwei größere Ereignisse ganz schnell wieder nach oben ploppen.
00:30:57: und dann kommen diese ganzen Rückblicke und was früher mal war kommt alles wieder hoch.
00:31:02: Du sagst, es kommt auch immer wieder die berühmten Sommerlochthemen.
00:31:05: Hast du schon angerissen?
00:31:06: Ja!
00:31:06: Das ist ja vielleicht eine... Sonderform dieser Medienphänomene, die Neuordnung der Bundesländer wird alle paar Monate im Grunde gefordert.
00:31:14: Oder hier länger ausschlafen den Schülern jedes Jahr oder die Ferienregelung ist ungerecht in Deutschland.
00:31:22: warum immer Bayern zuletzt und die anderen Länder vorne weg und im Wechsel und so?
00:31:27: das sind so Dauerteam die seit Jahrzehnten immer wieder auftauchen.
00:31:30: sollen wir die Uhr jetzt umstellen?
00:31:32: Das ist
00:31:32: kein Sommerthema aber wird trotzdem immer wiederholt.
00:31:34: Aber trotzdem
00:31:35: das weiß ich wie du das wahrnimmst so die klassischen Sommerlochte.
00:31:38: Themen gibt es zwar immer noch die genannten, aber das Sommerloch selbst gibt's eigentlich so richtig gar nicht mehr.
00:31:43: Weil doch so viel mittlerweile los ist in der Welt und auch aus allen Ecken und Enden versucht wird, ja Themen hochzuziehen, dass man gar nicht davon reden kann, dass so richtige Flaute jemals herrscht.
00:31:55: Es gibt ja diese emotionalen Aspekte, die du angesprochen hast.
00:31:58: Gerade bei diesen emotionalen Themen – diese hellen Geschichten, Polizei rettet, Entenfamilie oder Ähnliches.
00:32:04: Inwiefern spielt SK-Pismus eine Rolle?
00:32:07: Wir hatten es schon mal.
00:32:08: Wirklichkeitsfluch dass die Menschen auch das Bedürfnis haben schöne Geschichten mal zu hören.
00:32:13: Ja es ist das schön, ja auf jeden Fall dass man mal denkt oh Gott da hat der immer was funktioniert.
00:32:17: oder ach ist das süß.
00:32:18: Ist das schön?
00:32:19: Das ist auch sehr menschliche und verständlich.
00:32:21: das ist das eine.
00:32:22: aber sind nicht nur diese Wohlführgeschichten Es sind ja manchmal auch einfach diese kuriosen Geschichten bei einer vielleicht eigentlich ernsten Sache.
00:32:29: also zum Beispiel das kommt ja auch immer mal wieder vor Was ist ich...der Räuber Der Einbrecher der dann sich mal kurz zehn Minuten auf ne Kalt schlägen will nach seinem Einbruch einschläft so tief, dass er dann da dann festgenommen wird.
00:32:43: Also das habe ich schon öfter gelesen?
00:32:45: Das wird natürlich großgepackt und dann war es zu spät.
00:32:51: Da schmunzelt man drüber.
00:32:53: Da gibt's richtige Phänomene zum Beispiel in den USA.
00:32:55: Da ist jetzt gerade etwas auch bei der Journalistik eine Zeitschrift die ich mit herausgebe.
00:33:00: So ein Fachzeitschrifter wird jetzt veröffentlicht demnächst etwas und wenn das jetzt hier Leute hören oder sehen wird es wahrscheinlich schon veröffentlicht sein.
00:33:07: Da geht es um Florida Man und Florida Woman, das ist ein Phänomen in den USA dass diverse Medien über Kriminelle Handlungen von Leuten, die aus Florida stammen.
00:33:19: Berichten mit diesem Schlagwort Florida-Man oder Florida Woman auch mittlerweile und das sind oft auch halb kurios gemachte Sachen, die aber man kritisch betrachten kann weil das oft durchaus ernsthafte Straftaten sind oder komplizierte Dinge wo es Opfer gibt.
00:33:35: Und das wird dann aber so ein bisschen släherlich gemacht, wie bei uns, was ich früher aus Friesen witzte oder so.
00:33:40: Also bezogen auf irgendwie so ein Ha-Ha in Florida ist wieder unterwegs und diese Art von Phänomenen gibt es eben auch in diversem Mediensysteme und bei uns in dieser Wohlfühlvariante die du nennst.
00:33:55: Passierliches passiert, aber auch in dieser Haar.
00:33:58: Da ist irgendwas Seltsames was dann eine ungewohnte Wendung nennt.
00:34:04: so beginnt ja auch der Ursprung des Nachrichtenwesens.
00:34:07: da gibt es ja diesen Spruch Hund beißt Mann ist keine Nachricht Aber man beißt hund ist eine Nachricht.
00:34:14: also das außergewöhnliche Das kann auch als etwas Kurioses wahrgenommen werden, wenn es einfach so selten vorkommt.
00:34:21: Also diesen Florida-Artikel will ich unbedingt lesen!
00:34:24: Ein Medienphänomen auch der jüngeren Vergangenheit hängt ein bisschen vielleicht damit zusammen... Auf einmal war Palm Beach Pete auf der Agenda?
00:34:31: Hast du das
00:34:32: mitbekommen?!
00:34:32: Wie war das nochmal?
00:34:33: Der Name sagt mir, aber da sieht man mal, dass dann auch schnell wieder vergesst
00:34:37: wird.
00:34:38: Da war ein Mann aufgetaucht, der Epstein sehr ähnlich sah
00:34:42: und auf einmal
00:34:45: Überall zu sehen.
00:34:45: Und den Late Night Shows, ich hab ihn auch gesehen.
00:34:47: Genau und
00:34:49: seine Videos haben hunderttausend Likes und er macht natürlich jetzt reitet er auf dieser Welle im wahrsten Sinne des Wortes.
00:34:55: Er kapitalisiert das natürlich auch.
00:34:57: aber Palm Beach Pete auf einmal war er da.
00:35:01: Ja genau weil der dann dort in dieser Gegenteil offenbar wohnt oder wohnte.
00:35:06: und solche Phänomene die natürlich so sagt es Weltflucht Eskapismus Das spielt sicherlich eine Rolle, so ein schwieriges Thema.
00:35:15: So'n trauriges und schreckliches Thema, Epstein, Mistbrossfälle usw.
00:35:20: Und dann hat man da plötzlich aber so einen der eigentlich so harmlos offenbar wahrscheinlich ist... ...und mit der Sache gar nichts zu tun hat!
00:35:28: Aber irgendwie ein bisschen kokettiert
00:35:29: damit ja?
00:35:30: Und dann wird das zu einem Hype.
00:35:32: also das ist Teil der Medienwelt Und auch wenn ich, äh... Wenn das nervt.
00:35:39: Aber mit ernsthaften Journalismus hat das alles natürlich gar nichts zu tun und auch nicht irgendwie was mit Demokratie aber es teilt unserer Gesellschaft.
00:35:46: Ich will es auch nicht verurteilen Es gehört dazu aber ist im Prinzip ein ganz anderes Spiel als die andere Welt von Journalismus für die Medien eigentlich da sind.
00:35:57: Nur ist es leider so dass Was bringt Geld ein?
00:36:01: Das ist halt jetzt immer die Frage Firmanziert man dann sehr komplizierten Recherche-Journalismus, wo es um schwierige Recherchen geht.
00:36:08: Und da ist es nun mal so dass der Peter also ganz viel Aufmerksamkeit gewinnt, die man für irgendeine schwere CumEx Investigative Story Wirtschaftskrimi nicht so leicht kriegt.
00:36:22: Die Frage muss man die Kröte schlucken.
00:36:23: Man berichtet darüber, kriegt dafür vielleicht Reichweite und kann an anderer Stelle in Qualität investieren?
00:36:29: Ja, in Teilen ist es ja auch so das Modell von guten Verlagen, dass sie dann auch mal darauf hoffen irgendwo einen Bestseller zu landen, dass man dann einfach sagt der Ruf wir müssen ein paar Bestsella haben und damit finanzieren wir auch den Rest.
00:36:42: In Teilen sind es sowieso immer eine Frage der Herangehensweise.
00:36:46: also ist überhaupt nicht verboten auch zu schmunzeln Schön, was Kurioses zu berichten.
00:36:54: Ähm ... die Dinge sollten halt nur nicht übertrieben werden und zu so einem Riesenhype vielleicht manchmal hochgeschäst werden, wo man denkt, boah jetzt gehen die Dinger aber wirklich zu weit?
00:37:07: Also man hat das als Nutzer auch ein bisschen selbst in der Hand hier im Supermarkt.
00:37:12: Wem schenkt man seine Aufmerksamkeit?
00:37:14: Und wenn dann die Fernsehsender sehen dass da auch das Interesse zurückgeht, macht sich ja auch was
00:37:18: aus.
00:37:19: Ja und schlimm sind natürlich auch wirklich diese wirklich fast schon extremistischen Gruppen die sich dann bilden um irgendwelche Sachen.
00:37:23: Es gibt ja all diese komischen Phänomene der Drachenleute also wo sich Leute so richtig reinsteigern und irgendetwas wo man dann angehen nur nochmal sagen muss angesichts auch der Frage worum es da eigentlich geht beruhigt euch mal
00:37:34: Also Drachenleut.
00:37:35: auch ein sehr spannendes Thema.
00:37:37: Vielleicht mal eine Sonderfolge, da müssen wir aber viel recherchieren vorher weil es ist sehr komplex.
00:37:41: Lass uns gerne zusammenfassen Tanjif!
00:37:43: Wir haben gesagt das hat einen Faktor Bild der eine Rolle spielt also die die Welle der gestrandete Wahl Die süßen Augen eines Bären das spielt eine Rolle.
00:37:55: niedrige Komplexität habe ich mir aufgeschrieben.
00:37:58: Emotionen
00:38:00: ohne Überforderung kann man das so
00:38:03: Sofort die Anknüffbarkeit.
00:38:05: Anschlussfähigkeit
00:38:06: auch dieses Bedien von einer sehr einfachen Uhr-Geschichten, die wir uns als Menschen erzählen.
00:38:12: Heldengeschichten aber auch da wird gegen Goliath Geschichten, aber auch Retten eines hilflosen Wesens?
00:38:18: Du sagst Geschichten.
00:38:19: also das ist im Grunde auch eine Art serielles Format sein kann.
00:38:23: Also der Wahl ist gesichtet.
00:38:24: dann fragt man sich is er krank, dann wird er gerettet und gibt es die Hoffnung er überlebt.
00:38:29: Dann ist die Frage vielleicht will er ja sterben?
00:38:33: Auf jeden Fall, das ist eine Miniserie.
00:38:34: Und ganz viel von der medialen Berichterstattung ... Ist ja schon sehr vergleichbar und wird auch dahin gebaut, dass es also vergleichbares mit Fiktionalen sehr geschickt gebaut in Storytelling-Formaten.
00:38:50: Also Serien wie du sagst oder im Film?
00:38:53: Ja, wir halten fest... Uns fasziniert es auch, und wir reden drüber.
00:38:57: Wir sind vielleicht nicht besser als die, die wir hier kritisiert haben.
00:39:01: Und trotzdem sich das zu vergegenwärtigen, welche Mechanismen Medien auch haben?
00:39:05: Das ist immer wichtig!
00:39:06: Ja,
00:39:06: es kann ja sein, dass man ... Wir sind ja zum Glück komplexe Wesen und können etwas interessant finden und da ein bisschen Anteil nehmen und trotzdem mitlaufen lassen in unserem Kopf.
00:39:18: wie wichtig ist das jetzt um das Vergleichen?
00:39:20: Da sind wir alle gefordert Menschen uns da unseren Reim drauf zu machen.
00:39:26: Ein sehr gutes Schlusswort, Tanjev!
00:39:28: Da kam heute viel vor, Palmbiedspiet hatte ich ursprünglich auch nicht gedacht... Ja
00:39:31: ja und du bist hier natürlich nicht für immer der Boulevardbeschleuniger nur dass ich
00:39:37: das jetzt am Schluss noch... Tanjevs hat Spaß gemacht, danke, dass wir darüber gesprochen haben.
00:39:42: bis zum nächsten Mal.
00:39:43: Hoffentlich seid ihr dann auch wieder dabei.
00:39:45: vielen Dank an Mara Maria Müller an der Technik bei dem Medienverstehen.
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